Bingen, 17. August

Neubau im Gewerbepark Scharlachberg

Nach über 25 Jahren wird das Fachmarktzentrum Scharlachberg grundlegend umgestaltet und modernisiert.

Zur feierlichen Grundsteinlegung des Neubaus haben Thomas Feser, Oberbürgermeister der Stadt Bingen, die Vorstände der Sparkasse Rhein-Nahe, Holger Wessling und Jörg Brendel, sowie Jan-Philipp Schulz und Dag Stein Herzberger, die Geschäftsführer der Naheland Immobilienentwicklungsgesellschaft mbH und Iryna Fink, Architektin von der RS Plan AG eine Zeitkapsel befüllt, die nun in das Fundament eingebaut wird.v.l.: Thomas Feser, Jan-Philipp Schulz, Iryna Fink, Dag Stein Herzberger, Jörg Brendel und Holger Wessling.

„Mit diesem Projekt stärken wir den Stadtteil Bingen-Büdesheim. Es freut uns, dass bereits jetzt ein großes Interesse an dem Standort besteht und bedanken uns bei den bestehenden Mietern für die tolle Zusammenarbeit. Das Areal ist ein prägender Standort für Bingen, den wir zukunftsorientiert errichten und nachhaltig revitalisieren möchten,“ betonte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Rhein-Nahe, Holger Wessling.

„Unser Anspruch ist es, Standorte langfristig zu entwickeln. Wir modernisieren die alte Welt und schaffen Schritt für Schritt ein neues Gesamtquartier“, so Jan-Philipp Schulz, Geschäftsführer der Naheland Immobilienentwicklungsgesellschaft mbH. „Der Grundstein, den wir heute gemeinsam legen, ist mehr als ein symbolischer Akt. Er markiert den Punkt, an dem aus Plänen und Zeichnungen sichtbarer Baufortschritt wird", sagte Oberbürgermeister Thomas Feser in seinem Grußwort. Er verwies zugleich auf die anspruchsvolle Vorgeschichte des Projekts: Seit dem Ankauf des Areals im März 2023 mussten unter anderem Fragen des Hochwasserschutzes, eine Schadstoffsanierung sowie schwierige Baugrundverhältnisse bewältigt werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen Schnapsbrennerei „Scharlachberg“ wird auf ca. 14.000 Quadratmeter Mietfläche das bestehende Fachmarktzentrum in Teilen revitalisiert, während andere Gebäudeteile abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Insgesamt entstehen bis zu 28 Gewerbeeinheiten. Die Fertigstellung des Gesamtareals ist bis 2028 vorgesehen, wobei der Neubau bereits im Frühjahr 2027 in Betrieb genommen werden soll.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der baulichen Konzeption eine wichtige Rolle. Durch die weitgehende Sanierung und Weiternutzung vorhandener Gebäudesubstanz wird ein wesentlicher Teil des Bestands erhalten. Ergänzt wird dies unter anderem durch eine Photovoltaik-Anlage, Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie eine Heizzentrale mit nachhaltigen.

Bei vielen Flächen steht bereits fest, wie diese genutzt werden, manche Flächen sind noch zur Vermietung verfügbar. Diese bieten breite Nutzungsmöglichkeiten für Ärzte, Büros, Dienstleister oder auch Gastronomie. Zudem lassen besondere Bestandsobjekte, wie zum Beispiel das Pförtnerhaus, viel Raum für Individualität.

Areal mit langer Geschichte

Das Scharlachberg-Areal ist seit dem 19. Jahrhundert mit der Industriegeschichte Bingens verbunden. Der Name geht auf die Weinlage Scharlachberg in Bingen-Büdesheim zurück. 1898 gründete Friedrich Wilhelm Petzsch dort die Cognakbrennerei Petzsch, die 1911 ihren Sitz nach Bingen verlegte und 1919 – infolge der Bestimmungen des Versailler Vertrags – in Weinbrennerei Scharlachberg GmbH umbenannt wurde. Der Betrieb entwickelte sich zum größten Gewerbeunternehmen der Stadt und wurde vor allem durch den Scharlachberg Meisterbrand sowie durch Werbespots des Karikaturisten Loriot überregional bekannt. Nach der Betriebsschließung wurde das Gelände in den 2010er-Jahren zu einem Gewerbepark umgewidmet und wird nun umfassend revitalisiert.

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