Kirn

Stark trotz Krise

"Wir gehen mit Kraft ins Jahr 2021", so Michael Schmitz, Finanzchef des Kirner SIMONA-Konzerns. Zwar ist der Umsatz krisenbedingt um rund zehn Prozent gesunken, allerdings stieg das Geschäftsergebnis von 29,4 auf 33,6 Millionen Euro.

Die beiden Vorstände der SIMONA AG, Dr. Jochen Hauck und Michael Schmitz (v. r.) präsentierten die Jahresbilanz.

"Wir sind mit dem wirtschaftlichem Ergebnis sehr zufrieden, auch mit der strategischen Weiterentwicklung", ergänzt Vorstand Dr. Jochen Hauck.
Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit in einem Jahr, das in so vielen Gegenden der Welt Umsatzeinbrüche brachte. Während die Umsätze in Europa um rund fünf Prozent zurückgingen, brachen die Geschäfte in Amerika um über 20 Prozent ein. Dort war es vor allem das Luftfahrtgeschäft, das fast vollständig zum Erliegen kam. Doch Dank eines stabilen Industrie- und Caravan-Geschäfts konnte der Rückgang in der Region auf knapp über 20 Prozent und 103,9 Mio. Euro (Vorjahr 131,9 Mio. Euro) begrenzt werden.
Derzeit beschäftigt das Unternehmen in der Zentrale in Kirn rund 600 Mitarbeiter, darunter rund 60 Auszubildende. Allerdings wird sich die Zahl der Mitarbeiter reduzieren – einerseits im Rahmen von Digitalisierungsprojekten, andererseits da die Produktion von Hartschaumplatten in den kommenden Jahren im neu gekauften Werk in der Türkei ausgelagert werden soll.
Auf Kündigungen soll aber verzichtet werden: Ein Freiwilligenprogramm, das auf Angebote für Altersteilzeit und vorzeitige Rente beruht, bietet den Arbeitnehmern attraktive Konditionen, um sich aus dem Unternehmen zu verabschieden.
Das Werk in der Türkei ist eine von zwei Akquisitionen, die SIMONA im vergangenen Jahr getätigt hat. Eine weitere ist ist das norwegische Unternehmen Stadpipe, das Fischzuchtanlagen plant und herstellt.
Auf das laufende Jahr blickt das Unternehmen mit einer Mischung aus Zuversicht und Skepsis. Insbesondere steigende Rohstoffpreise und die erhebliche Störung der Lieferketten in Folge der Pandemie bereiten dem Unternehmen Sorgen. Dennoch sind die Zahlen bisher vielversprechend: Der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2020 legte um 14 Prozent auf 121,5 Millionen Euro zu. Insgesamt liegen die Geschäftserwartungen auf dem Vorkrisenniveau von 2019.
Die Umsätze im ersten Quartal übertreffen bereits die Prognosen. "Die Wirtschaft hat sich schneller von der Krise abgekoppelt als befürchtet. China hat sich von Pandemie komplett befreit und auch die amerikanische Wirtschaft hat nach dem Regierungswechsel deutlich an Fahrt gewonnen", so Hauck.

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