Bad Kreuznach

Aus anderem Blickwinkel betrachtet

Die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück hat ein neues Vorstandsmitglied: Frank Arens führt sie nun zusammen mit seinen Kollegen Horst Weyand und Odo Steinmann.

Frank Arens (Mitte) führt die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück zukünftig gemeinsam seinen Kollegen Horst Weyand (r.) und Odo Steinmann.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass aus einem „Roten“ ein „Blauer“ wird. Der Wechsel zwischen Sparkassen- und Genossenschaftswelt erregt durchaus Aufmerksamkeit. „In Bezug auf die Unternehmenskultur gibt es aber viele Gemeinsamkeiten“, betont Frank Arens, der von einer Sparkasse im Sauerland kommt und neues Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück ist. Es war mehr oder weniger Zufall, dass Frank Arens in Bad Kreuznach gelandet ist. „Ich war eigentlich gar nicht auf der Suche, habe dann aber die Ausschreibung gesehen und mit meiner Frau beschlossen: Wir fahren mal nach Bad Kreuznach und sehen uns das an ...“ Die Region kennt er noch aus seiner Kindheit und Jugend, als er mit seinen Eltern häufiger in Rheinland-Pfalz Urlaub machte.
„Eine sehr schöne Region, erfolgreiche Banken und nette Menschen“, resümiert er. Also führte er erste Gespräche – die zum Erfolg führten.
Bis Ende September leitete Arens das Firmenkunden- und Immobiliengeschäft der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem und war Verhinderungsvertreter des Vorstandes. Seit 2015 war er hier tätig, nachdem er seine Sparkassen-Karriere mit einer Lehre als Bankkaufmann bei der Sparkasse Köln begonnen hatte.

Herz schlägt für Mittelstand

Ein anschließendes BWL-Studium beendete er als Diplom-Kaufmann, woraufhin er als Trainee zum Firmenkundenberater der Sparkasse Köln-Bonn ausgebildet wurde. Er stieg dort bis zum Vertriebsdirektor im Firmenkundengeschäft auf und verantwortete die Immobilienfinanzierung im linksrheinischen Köln. „Mein Herz schlägt für Unternehmer und den Mittelstand“, bekennt er. Und hier sieht er auch die Stärken genossenschaftlicher Banken. „Oft denken diese Institute eher aus Unternehmersicht, da viele ihrer Mitglieder selbst Unternehmer sind.“
Der Kontakt zur mittelständischen Wirtschaft war besonders in seiner Zeit in Attendorn im Sauerland eng. „Die Region ist immerhin die drittstärkste Industrieregion Deutschlands“, betont Arens.

Hierin sieht er Parallelen zu seinem neuen Tätigkeitsort, der von Kirn bis nach Boppard reicht. „Wir haben hier einen gesunden, gewachsenen Mittelstand“, betont Arens, „eine klassische mittel-westdeutsche Unternehmerregion.“
Besonders Bad Kreuznach beeindruckte ihn durch seine lebendige Innenstadt – und natürlich mit dem Neubau, den die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück gerade in der Salinenstraße errichtet.
In Köln geboren und aufgewachsen, verbindet ihn noch viel mit seiner Heimatstadt – unter anderem die Leidenschaft für den Karneval, darauf wird er im kommenden Jahr nicht nur wegen gewachsener räumlicher Distanz verzichten müssen, und den 1. FC Köln. Aber auch in der Region Rhein-Nahe-Hunsrück ist man ja Kummer mit den Lieblingsfußballclubs gewohnt ...
Seine neue Wirkungsstätte hat er schon erkundet, besonders das Joggen an der Nahe und durchs Salinental hat die Lust auf mehr geweckt.

Den Kopf frei bekommen

Und neben den sportlichen Aktivitäten und dem Fotografieren hat er ein weiteres „Hobby“, das vom Alltag in der Bank so weit entfernt ist wie die Kölsch-Kneipe von der Düsseldorfer Altstadt: An einer Fernuni studiert er im fünften Semester Kulturwissenschaften und Geschichte. Ziel: die Promotion. „Das hilft, den Kopf vom alltäglichen Bankgeschäft freizubekommen und Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten“, erklärt er.
Die Bilanzsumme seines alten Instituts lag bei rund 1,1 Milliarden Euro, sein neuer Arbeitgeber ist mit 1,8 Milliarden Euro ein wenig größer. Die Herausforderungen sind jedoch ähnlich. Für ihn persönlich bietet er jedoch einige Perspektiven: Vorstandssprecher Horst Weyand wird Ende kommenden Jahres in Rente gehen. In sein Ressort, den kundennahen Geschäftsbereichen, arbeitet er sich gerade ein.

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