Mainz

Wir werden den Strukturwandel schaffen

2025 war ein Jahr des Übergangs in eine neue Weltordnung. Und 2026 wird die Fortsetzung … Diese Erwartungen an die politischen Rahmenbedingungen äußerte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DEKA-Investment anlässlich der Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz.

„Die US-Regierung hat mit ihrer Zoll-Politik das Ende der Globalisierung eingeläutet“, so Kater. Bei all den Umbrüchen und Unsicherheiten sei die Weltwirtschaft dabei aber erstaunlich stabil geblieben.
Der freie Welthandel werde abgelöst durch eine Phase der Geo-Ökonomie. Das heißt, wirtschaftliche Beziehungen würden hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt geopolitischer Ziele betrachtet. Effizienz versus Sicherheit und nationale Interessen.
„Bestes Beispiel ist China, das mittlerweile seine industriellen Kapazitäten massiv ausgebaut hat und nahezu die gesamte Welt versorgen könnte. Dieses Wachstum in China wird allerdings nicht in der Bevölkerung verteilt, sondern für die wirtschaftspolitischen Ziele der Einheitspartei eingesetzt.“
Gerade große Länder seien in der Lage, Handelsbilanzgewinne zu erzielen – durch Zölle. Die Voraussetzung: „Die Zölle dürfen nicht zu hoch sein und andere Länder dürfen keine Gegenmaßnahmen erheben.“ Dass dieses Modell funktioniere, wollten die USA grade beweisen. Und es zeige sich zunehmend, dass diese Strategie funktioniere.
Die EU sei unter diesen Gesichtspunkte auch „ein großes Land“, allerdings habe man aufgrund sicherheitspolitischer Interessen auf Gegenzölle verzichtet. „Sie hat sich verhalten wie ein ‚kleines Land‘“. Lediglich China habe mit Gegenzöllen reagiert. Ein Risiko für 2026 könne deshalb sein, dass der Handelskrieg weitere Schleifen drehen.
Bisher sei der Binnenmarkt für die deutsche Wirtschaft ein Segen, denn die verlorenen Handelsvolumina mit den USA können hier aufgefangen werden.

Das größte Problem für den Standort im nächsten Jahr: Deutschland wächst nicht mehr. „Wir haben zwar keine Wirtschaftskrise, aber eine Wachstumskrise“, so Kater. Und die sei unter Umständen noch gefährlicher, denn ihre Auswirkungen seien kaum spürbar und schleichend. Das Bewusstsein der Menschen, dass Veränderungen notwendig seien, entwickele sich nicht.
Die Sparkassen bieten die perfekten Netzwerke um deutlich zu machen, dass Veränderungen passieren müssen. „Angst ist dabei nicht notwendige, betonte Kater- „Wir werden den Strukturwandel schaffen, müssen das Thema nur angehen. „Wir haben in Deutschland alle Voraussetzungen, in dieser neuen globalen Wirtschaftsordnung zu bestehen“, so Kater abschließend.

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