Idar-Oberstein

Wähler zurückgewinnen

Die Partei erneuern, die Basis stärker einbeziehen, Wähler zurückgewinnen: Mit ihren Zielen lagen die Kandidaten zum Vorsitz der CDU Deutschland in Idar-Oberstein nicht weit auseinander.

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn auf dem Podium der Messehalle Idar-Oberstein.
Kein Endergebnis ... nur die Reihenfolge, in der die Kandidaten reden durften.
Annegret Kramp-Karrenbauer: Wenn wir das Thema Allgemeine Dienstpflicht im Sommer weiter diskutiert und uns nicht mit der CSU gestritten hätten, lägen wir jetzt bei 29 Prozent.
Friedrich Merz: Ich traue der CDU bei den kommenden Wahlen wieder um die 40 Prozent zu.
Jens Spahn: Als Helmut Kohl Ministerpräsident wurde war er 39 und hat die Partei erneuert ...
Julia Klöckner: Andere Parteien beneiden uns um diese Auswahl.

Rund 2.000 Mitglieder waren in die Messe Idar-Oberstein gekommen, um sich einen persönlichen Eindruck vom potenziellen Führungspersonal zu verschaffen. Uns sie erlebten drei gut aufgelegte Kandidaten, die inhaltlich weitgehend auf einer Linie lagen und sich vor allem durch ihren persönlichen Stil und individuelle Akzente unterschieden. Annegret Kramp-Karrenbauer präsentierte sich als aktuelle Generalsekretärin die im Rahmen ihrer Zuhörtour ihr Ohr ans Herz der Parteibasis legt. Sie schaffte, es als erste Rednerin ihre Parteifreunde gleich in Stimmung zu bringen. Gesundheitsminister Jens Spahn, jovial bis salopp, betonte immer wieder die gesundheits- und sozialpolitischen Kompetenz, Friedrich Merz gab sich fast präsidial - und zeigte, obwohl er der älteste Kandidat ist, den größten Verve in Sachen Modernisierung der Partei: „Ich will, dass die CDU in vier Jahren die modernste Partei Deutschlands ist!“

Alle riefen zur Geschlossenheit auf (AKK: der politische Gegner steht außerhalb der Partei), unterstrichen das Selbstverständnis der CDU als Europapartei in der Tradition Adenauer und Kohls (Merz: Wer die Europäische Union verstehen will, sollte Soldatenfriedhöfe besuchen) und als Partei des Fördern und Forderns in Bezug auf die sozialen Sicherungssysteme und die Integration (Spahn: Es muss sich lohnen, morgens aufzustehen).

„Die CDU hat ein Luxusproblem“, betonte die CDU-Landesvorsitzende zu Beginn der Veranstaltung. Drei Kandidaten, die geeignet sind für das Vorstandsamt. „Wir brauchen euch alle drei“, sagte sie. 

Wer als Favorit der Basis wieder nach Hause fuhr, blieb auch an diesem Abend weitgehend unklar. Gewinner war in jedem Fall die Edelsteinstadt Idar-Oberstein – und Messe-Chef Kai-Uwe Hille, der bewiesen hat, dass er und sein Team in der Lage sind, innerhalb einer halben Woche eine solche Mammut-Veranstaltung zu stemmen.

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